Montag, 23. Juli 2012

Here they sang about tomorrow and tomorrow never came.

Nicht verzagen N. fragen.

Er weiß auf alles eine Antwort, selbst wenn keine Frage gestellt wurde. Ein Lehrer der seinen Schülern rät nicht auf die eigene Mutter zu hören um etwas zu erleben.

'Who climbed up a tree in the last months? Nobody? Why not?'
'Because my mom doesn't allow me to.'
'Don't listen to your mom! ... Don't tell her I said that.'

--> 'Climb up a tree and hurt yourself.'

Die weiteren Erzählungen gingen darüber wie er die Verbote seiner Eltern umgangen ist ohne sie zu brechen. Nachdem beim Hausarrest die genauen Bedingungen festgelegt wurden - das Haus darf weder durch die Vorder - noch die Hintertür verlassen werden - kletterte er aus dem Fenster und hagelte sich von Baum zu Baum. 

In einem weiteren Gespräch mit seinen Schülern kam eine weitere Lebensweisheit zum Vorschein.

'Sir, what do you do when you get home?'
'First I have to correct your textbooks which is boring. Then I practise 3 hours of singing every day.'
'3 hours EVERY DAY?'
'Yes. So what dou you do?'
'I watch telly...'
'Don't watch telly! Go out! Do something produktive!'

--> 'Tomorrow never comes.'

Ohne ihn und diese zwei seiner Weisheiten wären wir wahrscheinlich nicht im Wasserfall rumgeklettert und hätten so viel Spaß gehabt und hätten uns vermutlich auch nicht verletzt... 

Eine weitere Grundregel, die letzte dieses Blogeintrags, lautet:

'Never let the truth get in the way of a good story.'

Und soll ich euch erzählen was das Beste an dieser Lebensweisheit ist? 

Er hat das nie gesagt...


(Alles bekannte Sprüche, doch ich war noch bei keinem so überzeugt von ihnen wie als sie aus seinem Mund kamen)

Montag, 16. Juli 2012

Here where the whispering waters play

'Lass uns heute zu dem einen Wasserfall da gehen - Spooyt Vane.' (Tipp von unserem ersten Gastgeber)
Zum Wasserfall fahren oder laufen, dort ein bisschen rumlaufen, im Wasser Baden und dann wieder zurück nach Douglas. Das klang nach einem guten. Plan, fanden wir, also begaben wir uns auf den Weg. Von Peel aus wollten wir dann entweder den Bus nehmen oder uns zu Fuß durchkämpfen, aber in welche Richtung genau? Wir wussten wir mussten irgendwie in den Norden in die Nähe von einem Dorf namens Kirk Michael. Also Fragen und wer eignet sich da am besten? Natürlich die Poilzei - unser Freund und Helfer (Thanks Sgt. P).

'Spooyt Vane??? Never heard of that. Do you mean Glen Maye. But that's in the South. If you wanna go to Kirk Michael take the Bus from over there.'

An der besagten Bushaltestelle befand sich jedoch kein Busfahrplan und somit entschieden wir uns den Weg auf unseren eigenen 2 Beinen fortzusetzen. Das war ein Fehler. Keine 5 Minuten später fuhr ein Bus an uns vorbei. Nachdem wir den weiteren Fehler begangen hatten den Schildern zu vertrauen auf denen 'Küstenweg' stand hatten wir uns dann verlaufen. Doch natürlich, clever wie wir sind, lernten wir nicht daraus sondern folgten, als wir aufgegeben hatten und uns auf den Rückweg machten, wir weiter Schildern die uns einen Fußweg versprachen... Das Resultat war, dass wir wieder nicht wussten wo wir waren.

Wir wollten jedoch unbedingt einen Wasserfall sehen und erkundigten uns bei unseren neuen Gastgebern nach 'Spooyt Vane'. Doch auch hier blickten wir in ahnugslose Gesichter und wurden gefragt ob wir nicht 'Glen Maye' meinten. Also entschieden wir uns am nächsten Tag zu dem besagten Glen zu fahren und dort unseren Plan durchzuziehen.
Wir reisten wieder nach Peel und um auf Nummer sicher zu gehen sprachen wir jeden Menschen an der uns über den Weg lief um sicherzustellen, dass wir dem richtigen Weg folgten. Unterwegs blieben wir immer auf der Straße und vertrauten nicht auf Schilder auf denen 'Fußweg' stand. 
 



Dann endlich nach ca 40 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht - der Wasserfall. Ok, nicht genau DER Wasserfall, aber einer. Versteckt in einem kleinen grünen Wald befand sich der kleine aber wunderschöne Wasserfall. Wir folgten dem Wasser stromabwärts durch die atemberaubende Oase.



 












Da das Wetter sehr schön war und wir unsere Schwimmsachen dabei hatten beschlossen wir ein bisschen Baden zu gehen. Während wir uns umzogen kamen ein paar Jungs vorbei die uns als 'crazy countryside Girls' betitelten und lachend weiterliefen. Hätten die gewusst dass wir aus London kommen...

Das Wasser war SO kalt, aber nachdem alles taub wär wanderten wir stromaufwärts zum Wasserfall. S. schlug sich ziemlich gut doch ich rutscht ein paar mal aus und es haute mich auch mal ordentlich hin. Meine Fußverletztung bemerkte ich aber erst als meine Füße sich wieder aufgewärmt hatten.

Alles in allem was das ein genialer Ausflug, aber wenn wir wiedermal auf der 'Isle of Man' sein sollten, dann suchen wir nach 'Spooyt Vane'. Egal wie lang es dauert!

Samstag, 30. Juni 2012

There is a magic world parallel


Vereizelt dichte wälder, steinige Steilküsten und weite Felder die sich ins Endlose ziehen... Oder es sieht zumindest so aus. Wirklich endlos können sie gar nicht sein, denn so groß ist die Isle of Man dann doch nicht um ehrlich zu sein ist sie ziemlich klein und hat geologisch gesehen nichts zu bieten, aber dafür ist die Landschaft wunderschön. 


Hier, auf der Isle, bietet es sich an lange Spaziergänge durchs Nichts zu machen, oder sich auch gerne mal darin zu verlaufen. Falls dies passieren sollte einfach eine 50 p Münze hochwerfen und in die Richtung laufen in die die Queen schaut. Auch die Einwohner der Insel sind immer hilfsbereit und nehmen einen sogar im Auto mit wenn nett gefragt wird.













Natürlich gibt es auf der Isle auch Berge. Genauergenommen nur einen, der sich so nennen darf, da er es über die 600 meter Grenze geschafft hat. Der Rest sind hügel. Dieser eine Berg ist 621 Meter hoch und trägt den Namen Snaefell. Es wird empfohlen sich der Besteigung des Berges bei gutem Wetter zuzuwenden, denn dann sind von dort die Küsten Irlands, Schottlands, Wales und Englands zu bewundern. An einem regnerischen Tag jedoch ist von Glück zu reden wenn es möglich ist 10 Meter weit zu sehen. Soviel Glück hatten wir nicht.








Samstag, 23. Juni 2012

Sitting in a Steamtrain

Lokomotive? Sowas fährt noch? Wo? Auf der Isle of Man? Aber dann doch nur für Touris, oder???


Nein, nicht für Touris. Auf der Isle sind Lokomotiven ein normales Verkehrsmittel. Sie brauchen zwar für eine Strecke für die ein Auto 10 Minuten braucht 45 Minuten, aber es macht einfach mehr Spaß mit ihnen über die Insel zu reisen. Das Gefühl in einem aus Holz errichteten abteil einer Lokomotive zu sitzen ist einfach unbeschreiblich. Die einfachen Schiebefenster die mit einer Art Gürtel festgemacht werden, der Rauch, der nicht unbedingt gesundheitsfördernd ist, aber ungemein zur Atmosphäre beiträgt und das Ruckeln des Zuges, dass einen durchschüttelt, machen die Reise zu einem unglaublichen Erlebnis. 




Doch nicht nur die Lokomotiven aus vergangenen Zeiten versetzten einen in eine anderes Jahrzehnt, nein auch die alten elektrischen Züge oder die Pferdebahnen die in der Hauptstadt Douglas fahren geben das Gefühl von einer anderen Welt.




Die Züge allein sind schon Grund genug um einmal (oder auch öfter) die Isle of Man zu besuchen, doch es gibt noch so viel mehr wundervolle Dinge zu entdecken.

Sonntag, 17. Juni 2012

Kochen in der Fremde 3


Don't call it Schnitzel!

Ja ich schätze so sollte es tatsächlich nicht genannt werden. Ich will nicht sagen, dass das Experiment 'Schnitzel' total schief gegangen ist, aber den erhofften Erfolg hatte es auch nicht, zumindest wenn nach dem Grundsatz 'Das Auge isst mit.' geurteilt wird. Also es hat auf jeden Fall geschmeckt...

Fangen wir mal von vorne an. S. und ich hatten beschlossen Schnitzel zu machen. Da die Briten weder Schweinefleisch (oder sehr selten) essen, noch ein Gericht, dass an Schnitzel herankommt kennen haben wir das besonders vermisst. Wie gut, dass es dafür ein Rezept in meinem Kochbuch gibt. Danke!

Zu unserem Erstaunen haben wir in den kleinen Supermarkt, bei mir die Straße runter, alles gefunden was wir brauchten. Schweineschnitzel (oder halt auf jeden Fall Schwein) aus der Obstschale... oder war es Oberschale??, Eier und Paniermehl. Der Rest wurde improvisiert. Als Beilage entschieden wir uns (leider) für potatowaffles entschieden und als Nachtisch für Schoko- und Vanillepudding. So weit, so gut.













Also der Pudding ist gut geworden. Für den war ich veantwortlich...
Das Schnitzel hat SUPER geschmeckt!!! 


Sonntag, 15. April 2012

29/12/2011 – Keep Calm and call a Taxi!


Bevor ich mit den Ereignissen aus ferner Vergangenheit anfange, möchte ich mich entschuldigen, dass ich mir so viel Zeit gelassen habe diesen Text zu verfassen. Leider stand London die letzten zwei Monate unter extraterrestrischer Kontrolle. Alle elektrischen Geräte wurden konfisziert und … ja ich rede Unsinn. Ok neuer Versuch: ich habe viel gearbeitet und am Abend fehlte mir einfach die Motivation. I'm so sorry!
Genug der Ausreden. Los geht’s.

Nach einer angenehmen Nacht im Hotel teilten wir uns ein 'Full English Breakfast' (Baked Beans, scrambled eggs, black pudding, grilled tomato, mushrooms, patatoe pancake, sausage) mit Toast und Müsli, was mehr als ausreichend war. Mit vollen Mägen packten wir unsere Taschen, erkundigten uns nach dem tourist office und machten uns auf den weiten Weg von etwa 2 Minuten. Dort an der verschlossenen Tür fanden wir einen netten Zettel der uns darauf hinwies, dass das Touristeninformationszentrum bis Mai geschlossen ist. Zu unserem Glück hing an der Glastür ein Plakat von der Bustour auf der Isle of Skye mit einer Kontaktnummer zum kontaktieren. Als wir dort anriefen wurde uns mitgeteilt, dass der Tourführer gerade im Urlaub in Edinburgh sei. Wir saßen also in einen Kaff mit höchstens 15 Häusern irgendwo in Schottland, ohne Idee was wir als nächstes tun sollten. Während wir uns überlegten was in der Nähe wir noch besuchen konnten erinnerten wir uns daran, dass auch die Taxigesellschaft in Kyle of Lochalsh Touren auf der Insel anbot. Warum also nicht da nachfragen. Neben dem Metzger der auch geichzeitig Immobilien im Schaufenster anbot war ein winziger Raum in dem zwei unheimlich nette Herren saßen – Taxigesellschaft. Sie erklärten uns, dass ihre Touren 40 Pfund pro Stunde kosten woraufhin wir dankend ablehnten. Somit war auch unsere letzte Hoffnung zerstört. Mit hängenden Köpfen begaben wir uns zur Tür.

'But I know somebody in Portree ('Hauptstadt' von der Isle of Skye) who also offers tours around the country. I'm going to call her.'

Ohne dass wir noch etwas sagen konnten hatte der Mann hinter dem Schreibtisch schon zum Telefon gegriffen und die Nummer gewählt. Nach einem kurzen Gespräch war eine bezahlbare Privattour für uns organisiert. Uns wurde erklärt welchen Bus wir nehmen müssen (um 11.40 Uhr) und wo wir aussteigen müssen. Damit uns unser Torführerin auch erkennt sollten wir den neon gelben Regenschutz auf unseren Rucksäcken lassen. Wir bedankten uns bei unseren Rettern und begaben uns zur Bushaltestelle um auf den Bus zu warten. Doch leider kam genau zu dieser Uhrzeit nichts. Davor kamen zwei Busse, danach keine mehr... Also bin ich zurück gelaufen um nachzufragen ob wir was falsch verstanden haben oder der Bus einfach nicht kommt. Es stellte sich heraus, dass der Taxifahrer noch den falschen Busfahrplan hatte und wir einen von den zwei davor hätten nehmen sollen. Da er sich verantwortlich fühlte war er kurz davor uns selbst zu fahren, aber da bald ein weiterer Bus kommen sollte rief er einfach nur unsere Reiseführerin an um ihr zu erzählen, dass wir etwas später kommen.















Der nächste Bus kam dann um 12.06 Uhr und brachte uns nach Portree, wo eine Frau auf uns wartete. Sie brachte uns zu ihrem Auto und unsere Tour ging los. Durch den Norden der Insel. Wir kamen durch einen Ort, oder wohl eher einen Punkt mit ein paar Häusern, namens Uig, an der Küste entlang, zu einem Wasserfall und erlebten alle vier Jahreszeiten gleichzeitig. Das Wetter faszinierend. Es war unglaublich windig, es hat für einen kurzen Zeitpunkt gescheit, es hat teilweise geregnet, die Sonne hat geschienen... 

 
 














 
Nachdem unsere Tour über diese wunderschöne Insel beendet war stiegen wir in den nächsten Bus ein um zu einem kleinen Ort zu kommen der direkt an der Verbindungsbrücke zwischen Schottland und der 'Isle of Skye' liegt, Kyleakin, denn dort gibt es Hostels. Genau zwei. Bei dieser großen Auswahl entschieden wir uns für das, das nicht mit alten Männern gefüllt war die uns durch die Glasscheiben anstarrten. Dort erwartete uns ein Zettel, dass Rezeption gerade geschlossen habe, aber dass es kein Problem wäre im Essensraum zu warten und auch das Internet zu verwenden. Beim Warten kam S. die Idee, dass wir ja auch schauen könnten ob es nicht einen Nachtzug nach Nottingham gibt. Es gab tatsächlichen einen doch dazu mussten wir den Zug in 20 Minuten am Bahnhof in Kyle of Lochalsh nehmen um nach Inverness zu fahren und dort in den Nachtzug umzusteigen, das war nämlich der letzte für den Tag. Da kein Bus mehr fuhr kamen wir auf die geniale Idee uns ein Taxi zu rufen. Ich hatte noch die Visitenkarte in meiner Tasche und wählte gleich die Nummer. Wir erklärten unsere Situation und der Taxifahrer (der Typ, der hinterm Schreibtisch saß) machte sich sofort auf den Weg. Um bereit zu sein, schnappten wir uns unsere Rucksäcke und stellten uns vors Hostel. Auf unseren Rucksäcken war immer der Regenschutz drauf, sodass der Taxifahrer schon von weitem erkannt hat und anfing zu grinsen. In der Eile sprangen wir in das Taxi und er raste direkt weiter.




'I've never seen anyone traveling as fast as you. Are you japanese? Japanese travle quiet fast. No? Maybe blood relatet? No?'
'When does your train go? In 10 minutes? That's soon. You could still catch if I don't get stopped for driving over the limit.'
'RUN!!!'

Dann stellte sich heraus, dass der Zug noch 10 Minuten stand und wir uns relativ umsonst so sehr beeilt hatten. Aber was solls, wenigstens saßen drin. Nun stellte sich das Problem, dass man im Nachtzug einen Platz reserviert haben muss. Schwierig, da wir bereits in einem Zug saßen. Also haben wir den Schaffner gefragt, was wir jetzt am besten machen sollen. Er hat uns dann ein Zettel gebracht auf dem eine Servicenummer stand, die wir dann natürlich angerufen haben.

'If you would like to purchase tickets press 1. If you need information about traintimes or have other questions press 2...'
I pressed 2.
'Please visit our website …'
Yeah, that's helpful I'm in a train without internet access. Call again.
'If you would like to purchase tickets press 1...'
I pressed 1.

Ich hatte dann ein unfassbar langes Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin die mir immer wieder mitteilte, dass der Zug in Kyle of Lochalsh (der in dem wir saßen) schon losgefahren sei und wir ihn nicht mehr erreichen können. Nachdem ich ihr dann zum vierten Mal erklärt hatte, dass wir bereits in diesem Zug sitzen hat sie es dann auch verstanden. Wir haben es dann auch noch geschafft kostenfreie Schlafsitze im Nachtzug zu reservieren und dann stellte sie mir dauernd die Frage

'Do you have a pain?'

Ja, ich hatte Schmerzen im Rücken, aber wusste nicht was das mit der Reservierung zu tun hatte. Also habe ich so getan als wäre die Verbindung ganz schlecht und immer wieder gefragt was sie von mir will. Irgendwann hab ich dann verstanden:

'Do you have a brain?'
'Sorry!'
'Do you have a pen?'

Blöder schottischer Akzent. Ich meine ja er ist schön, aber das waren sinnfrei verschwendete Minuten. Letztendlich haben wir es dann auch geschafft die Reservierungsnummer aufzuschreiben. Finally. Bald saßen wir dann auch im Nachtzug auf unseren Sitzen und machten es uns bequem für eine schlaflose Nacht.

What a day!

Sonntag, 12. Februar 2012

27/12/2011 – Keep Calm and … just keep calm!



Also ich habe mir gerade nochmal die Notizen von diesem Tag durchgelesen und ich weigere mich die Ereignisse dieses Tages auszuformulieren. Nein. Keine Chance. Der Tag war … SEHR lang, ZU lang. Wir waren 21h auf den Beinen und was haben wir geschafft? Uns Nachts auf einem Friedhof zu verirren. Das wars. Nein wirklich, mehr ist nicht passiert. Ihr glaubt mir nicht, oder? Jap das kann ich mir denken. Habt aber leider keine Wahl. Mehr schreibe ich nicht. Punkt. Ende der Diskussion!



Na gut. Überredet. Aber sagt nicht ich hätte euch nicht gewarnt.

Angefangen hat das ganze Desaster damit, dass ich morgens um 4.00am das Vibrieren meines Handyweckers für ein Schnarchen von S. gehalten habe. Warum ich dann trotzdem mein Mobiltelefon abgeschaltet habe weiß ich jetzt auch nicht mehr genau. Auf jeden Fall bin ich daraufhin sofort wieder eingeschlafen. Läuft ja alles nach Plan. Der nächste Wecker um 4.15am riss S. aus ihrem Schlaf und sie zwang sich dann auch sofort aufzustehen, da wir einen engen Zeitplan hatten. Zuerst wurde der Herd angemacht und Suppe gekocht. Ja, richtig Suppe. Um genau zu sein 'Spicy Butternut Squash & Sweet Potato Soup' und das um 4.20am. Wir hatten nämlich extra, für die von unserem Großeinkauf übrig gebliebene Suppe, eine Thermoskanne (Merton) gekauft. Während die Suppe friedlich vor sich hin kochte wurden nebenher noch die letzten drei mit Galaxy belegten Bagels gebacken? Gegrillt? Was war das nochmal? Ah, getoastet!

Nachdem unser Reiseproviant fertig und mit allem anderen Zeug gepackt war machten wir uns auf den Weg zum Bus. Auf dem Küchentisch hinterließen wir eines unserer ausgedruckten Bilder mit einer Nachricht an unsere geniale Gastgeberin. Der Plan an der Bushaltestelle hatte uns weismachen wollen, dass der frühste Bus um 5.25am fährt. Als wir dann jedoch pünktlich um 5.23am an der besagten Stelle standen und die elektrische Anzeige uns nur erklärte, dass Aberdeen doch bitte eine saubere Stadt bleiben soll, waren wir schon leicht beunruhigt. Ein paar Minuten später, war der Bus immer noch nicht angeschrieben und auch noch nicht da. Das bedeutete für uns: laufen. Super. Wir hatten ja nicht wirklich schwere Rücksäcke oder noch vier weitere Taschen zu tragen. Es war keine schöne Wanderung. Ok, vielleicht waren es 'nur' 20 Minuten, aber für uns waren es sehr lange 20 Minuten. Am Bahnhof stand unser Zug schon im Gleis. Enthusiastisch gingen wir darauf zu. Mit dem freudigen Gedanken bald auf einem relativ bequemen Sitzplatz in einem warmen Zug zu sitzen drückten wir auf den Knopf. Nichts. Wir probierten es nochmal. Wieder nichts. Der Zug stand einfach nur als Dekoration im Bahnhof. Wahrscheinlich sollte damit gezeigt werden, dass an diesem verdammten Ort tatsächlich irgendwann mal Züge fahren, auch wenn es im Moment nicht so aussieht. Wir ließen uns also auf die nächste Bank nieder und bewegten uns nicht mehr.

Tatsächlich haben wir es irgendwann in den Zug geschafft und uns einen Vierer ergattert. Ich muss zugeben, außer uns und drei oder vier weiteren Personen war niemand in den Zug eingestiegen, also stellte sich der Kampf um einen Platz als quasi nicht existent dar. Wir setzten uns so, dass S. vorwärts fuhr. Zumindest dachten wir das. Der Zug bewegte sich nicht in die Richtung die wir erwartet hatten. War wohl nichts mit 'Ich will vorwärts fahren!'

Unsere gerade erst begonnene Reise wurde sehr bald unterbrochen als uns eine Durchsage mitteilte, dass die Endhaltestelle Keith sei, da zwischen Keith und Inverness ein Baum auf die Gleise gestürzt war und ein Zug bereits dort festhing. In Keith wartete bereits ein Ersatzbus (da sollte sich ein gewisser Verkehrsverbund mal ein Beispiel dran nehmen) und noch bevor wir den Zug verließen stellten wir uns die Frage viele Leute sich in unserem Zug befanden.
S.: 'Wer fährt schon um 6am nach Inverness? Mich würde es wundern wenn hier 10 Leute drin sitzen.'
Als wir alle ausgestiegen waren beschloss ich zu zählen wie viele genau mit uns gefahren sind. Jetzt ratet mal! Mit uns waren es genau 10.
Wir verstauten unsere Reisebegleiter im Kofferraum des Busses und suchten uns einen Platz in der Nähe des Fahrers. Eindeutig ein Schotte. Mit starkem schottischem Akzent. Genau wie die Person mit der er sich über Funk verständigt hat. Oder zumindest haben sie es versucht.

Busfahrer – B, Kollege – K
K: 'Where are you?'
B: 'I'm in Forres.'?
K: 'Where are you?'
B: 'In Forres.'
K: 'Where?'
B: 'I am in Forres. I come from Keith.'
K: 'Are you in Keith?'
B: 'No, I'm in Forres!'
K: 'Where?'

Dieses 'Gespräch' ging dann noch eine Weile so weiter bis der Kollege auch irgendwann verstanden hatte, dass wir uns gerade in Forres befanden. Aber klar wer kennt schon Forres. Nairn ist da schon viel bekannter.
Der Rest unserer 3 Stunden Busfahrt war sonst sehr ereignislos. Wir entdeckten den Baum auf den Gleisen, den Zug der dort noch immer festhing und ein Räumungsfahrtzeug. Zum Glück haben wir nicht den frühsten Bus genommen. Um 9.55am standen wir dann auch schon mit unseren grell leuchtenden gelben Rucksäcken (Regenschutz) vor dem Touristeninformationszentrum in Inverness, dass erst um 10.00 öffnet. Als wären wir nicht schon auffällig genug in dieser Stadt voller Touristen (vor allem bei dieser Jahreszeit). Jetzt waren wir auch noch zu früh. Ein paar Momente später gesellten sich noch weitere Menschen, augenscheinlich Einheimische, zu uns um darauf zu warten, dass das Zentrum bald öffnet.

Im Touristeninformationszentrum wartet dann auch schon ein netter Mitarbeiter namens Ian M. auf uns, der bereit war uns mit allem zu helfen. Wir hatten uns vorher, oder vielmehr S. hatte sich vorher, eine Tour rausgesucht die sowohl Loch Ness als auch das Schloss von Inverness beinhaltete. Als wir jedoch nach dieser Tour fragten stellte sich heraus, dass Loch Ness überflutet war und es deswegen keine Möglichkeit gab es sich anzuschauen. Es wäre aber möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schloss zu fahren und es selber zu besichtigen. Ein Busfahrplan wurde uns sofort zu Verfügung gestellt. Ian M. Erzählte jedoch auch, dass solche Überflutungen nur ein paar mal im Jahr vorkommen (war doch klar, dass wir einen dieser Tage erwischen) und das die Tour am nächsten Tag wahrscheinlich schon wieder statt findet. Nach kurzer Beratungszeit beschlossen wir direkt nach Glasgow zu fahren und einen Tag abzuwarten. Gesagt. Getan. Wir verließen das Touristeninformationszentrum und machten uns auf den Weg zum Bahnhof an dem wir feststellten, dass wir noch ein bisschen Zeit hatten bis der nächste Zug fuhr.

Also taten wir das was wir am besten konnten: in ein Café sitzen und Cappuccino/heiße Schokolade trinken. Doch ein Hindernis gab es davor noch zu überwinden und zwar das finden der richtigen Eingangstür. S. entschied sich voller Enthusiasmus die Tür zu nehmen an der ein Schild hing auf dem Stand: 'Please use the other door'. Ich habe einfach nur zugeschaut.

Während wir friedlich in unseren Sesseln saßen bildete sich draußen auf dem Bahnhof eine Schlange vor dem Gleis auf das wir auch mussten. Wir bemerkten nichts. Die Schlange wurde länger und länger und machte am Ende eine Schleife durch den ganzen Bahnhof (ich muss zugeben er war nicht so groß). Als ich mich dann in Panik so schnell wie möglich angestellt habe, ohne genau darauf zu achten wo und wie ich stand, habe ich für etwas Verwirrung bei S. gesorgt und dadurch einen Streit zwischen S. und einer alten Dame ausgelöst. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal entschuldigen, dass ich den Streit nicht verhindert habe.

Durch unsere eigene Schuld war der größte Teil des Zuges schon voll als wir endlich an der Reihe waren einzusteigen. Also setzten wir uns erst Mal auf den Boden. Doch dort blieben wir nicht lange. Mit der Hilfe eines netten Mannes, der uns ersten seinen Platz anbot und dann, als wir dankend ablehnten, uns zwei Plätze fand auf denen wir es uns bequem machen konnten, wurden unsere Rücken doch noch etwas geschont. Nach einer Weile tauschten wir unsere Sitze jedoch mit einem jungen Paar, damit diese mehr Platz für ihr Baby hatten. Nun waren wir schon 7 Stunden unterwegs und hatten noch nichts geschafft. Als Belohnung genehmigten wir uns unsere Suppe als Mittagsessen.

Auf unsere Reise nach Glasgow mussten wir in Perth umsteigen und dort eine Stunde auf den nächsten Zug zu warten um dann noch eine weitere Stunde zu fahren. Am Bahnhof in Glasgow jedoch wartete schon unser nächster Gastgeber auf uns um uns abzuholen. Was an seiner Jacke blau war verstehe ich zwar immer noch nicht, aber die braune Mütze und das orangefarbene T-Shirt habe ich erkannt (how colourful). Nachdem er uns ein bisschen durch Glasgow geführt hatte machten wir uns auf den Weg zu ihm um unser schweres Gepäck abzulegen. Nun war es schon 6pm (schon 14h wach) und wir hatten noch nicht genug. Wir verabredeten uns mit unserem Host in einem Pub in der Stadt für später und machten uns dann auf den Weg um Glasgow noch ein bisschen zu erkunden.


Kathedrale

Unser ersten Ziel war eine der zwei Kathedralen. Natürlich war diese schon geschlossen und deswegen beschlossen wir um sie herumzulaufen. Hinter der Kathedrale befanden wir uns dann auf einem Friedhof. Es war dunkel und der Himmel war rot. Es war unheimlich. Aber wir haben überlebt. Nach dieser leicht misslungenen Erkundungstour begaben wir uns in Richtung Stadtzentrum. In Richtung Menschen. Viel haben wir nicht mehr gesehen. Es gab einen Weihnachtsmarkt und ein Einkaufzentrum (das finden wir IMMER). 


Weihnachtsmarkt


Denkmal














 














Durch eine SMS wurde uns mitgeteilt, dass ein anderer Pub in der Nähe der Wohnung ausgewählt wurde. Genug gesehen von der Stadt machten wir uns auf den Rückweg. In der Wohnung begegneten wir unserem anderen Gastgeber, ein Deutscher. Dieser begrüßte uns nur mit einem Kopfnicken und seinem Namen. Das war der erste Moment in dem wir dachten: 'DEUTSCH'. Als wir uns im Wohnzimmer niederließen wurde es noch deutlicher. Er lag mehr auf der Couch als er saß, er hatte eine Jogginghose und FlipFlops an, einen dunklen Pulli mit einem Unterhemd drunter und sein Bierbauch war zu sehen. In der Hand hielt er eine Bierflasche die er auf seinem Bauch abgestellt hatte. Als er uns dann auch noch erzählte, dass er Bierbrauer sei waren wir komplett überzeugt, dass er das typische deutsche Klischee ist. Kein Wunder haben alle so eine Bild von Deutschland wenn er dort herum rennt. Nein jetzt mal im Ernst. Er war super nett und wir hätten uns keine besseren Gastgeber wünschen können. Es war schon lange her, dass mich jemand 'Schätzele' genannt hat und irgendwie hab ich das auch vermisst.

Wir hatten dort einen genialen Abend. Der Plan in den Pub zu gehen wurde irgendwie nicht wirklich durchgeführt auch wenn es immer wieder hieß: 'Ok come on let's go.' Unsere Gastgeber waren uns eine große Hilfe bei unserer Entscheidung wohin unsere Reise als nächstes führen sollte. 'Why do you want to run away from Galsgow?' Unsere Diskussion darüber ob wir in Inverness in einem Bahnhof bei einer Möve übernachten sollen blieb leider nicht unter uns, da sie leider auf englisch übersetzt wurde. Dabei haben wir versucht das zu verhindern. Nachdem unser Reiseplan dann stand pflanzten wir uns auf ein Sofa und hatten eigentlich nur noch das Bedürfnis uns auf eine Schlafplatz zu legen bei dem wir unsere Beine ausstrecken konnten. Doch so einfach war das nicht. Unsere Gastgeber oder zumindest einer der beiden (der Glasgower) waren noch kein bisschen müde. Wir redeten und erfanden sogar ein eigenes Spiel. In einem unserer mitgebrachten Weihnachtscracker war ein spiralenförmiger Eierbecher aus Metall drin. Wenn man diesen zusammen drückte und dann losließ flog der ziemlich gut durch die Luft. Wir hatten auch alle unseren Spaß daran. Vor allem aber unser Gastgeber. Er wollte gar nicht mehr aufhören. Nach einer Weile mit diesem sinnfreien Spiel, bei dem auch einige Schüsse kapp am Auge vorbei gingen, machten wir uns um 0.00 bettfertig und schliefen. Nach 21h wach war das auch gar nicht mehr so schwer.

So da habt ihrs. Die gekürzte Version einen unfassbar langen Tages. Jetzt bin ich müde.